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Krausestr. 17 Schönebeck 39218 DE

Gräfin und

GRAF VON EHRENBERG

Infos und Bilder von Schönebeck und Umgebung

Wight

Komponist unbekannt

Das Ringheiligtum Pömmelte/Zackmünde bei Schönebeck

Durch Luftbilder wurden Auffälligkeiten im Boden entdeckt. Die archäologische Begutachtung förderte eine Sensation zu Tage. Die rekonstruierte Anlage erhielt den Namen: "Ringheiligtum" und ist geschätzt 4.300 Jahre alt. Es entstand etwa Zeitgleich mit dem Stonehenge in England. 

Zur Rekonstruktion des 115m im Durchmesser großen Kreises wurden 1.200 Robinienstämme benötigt. 

Die Einweihung der uralten Kultstätte war zur Sommersonnenwende am 21. Juni 2016

Die Inschrift der Platte im inneren der Kultstätte lautet:

An diesem Ritualort opferten und zelebrierte man mehrere Jahrhunderte nach strengen Regeln. Die Zurschaustellung der sakralen Handlungen geschah in einem umschlossenen Raum.

Die äußere Zone des Rondells grenzte von der Außenwelt ab. Im Innenraum war man von ihr visuell und akustisch abgeschieden. Dies bündelte die Aufmerksamkeit und steigerte das Gemeinschaftsgefühl. Im Zentrum fanden Zeremonien, Aufführungen oder Wettstreite statt. Die Zuschauer hatten in der umgebenden, von zwei Pfostenringen markierten Zone Platz.

Das Rondell war ein Sinnbild von höchster Tragweite. In ihm verschmolzen viele Bedeutungsebenen zu einer universellen Allegorie. Schon der Kreis ist ein Schlüsselsymbol und verkörpert z. B. die Sonne, Unendlichkeit oder Neuschöpfung. Die Raumstaffelung in mehrere Ringareale gleicht einem Mandala – einem Abbild des Kosmos. Die beiden auf die Sonne ausgerichteten Zugänge bekräftigen diese Assoziation. Das Rondell war wohl die Metapher eines vielschichtigen Weltbildes.

Ein Besuch im Salzlandmuseum in Bad Salzelmen brachte mir diese Informationen:

1991 Entdeckung aus der Luft

2005 Probegrabung

2006 – 2008 Grabung durch die Archäologen der Uni Halle

2008 – 2013 Auswertung der Funde durch Uni Halle

2013 – 2016 Rekonstruktion der Anlage

21. Juni 2016 Eröffnung des Freilichtmuseums

Bei Ausgrabungen am Ringheiligtum fand man 3 Kulturen.

- Vor ca. 4900-4600 Jahren bauten die ‚Schurkeramiker‘ hier ein

  Grabenheiligtum.

- Vor ca. 4300 Jahren bauten die ‚Glockenbecherleute‘ das heute

  rekonstruierte Ringheiligtum. Es ist die Zeit des Wechsels von

  der Steinzeit zur Bronzezeit.

- etwa um 2050 v. Chr. wurde das Ringheiligtum wieder abgebaut.

  Bis dahin diente der Sakralbau den Menschen der ‚Aunjetitzer

  Kultur‘ für ihre Rituale und Himmelsbeobachtungen.

Die Anordnungen der Pfähle, Gräben und Gruben geben Aufschluss, dass die einzelnen Ringzonen und Zugänge verschiedene Areale darstellten. In ihnen wurden Objekte mit unterschiedlicher Symbolik gefunden. Daraus lassen sich verschiedene Sinnebenen ableiten, die aber zusammen ein komplexes Bild ergeben.

„Das Ringheiligtum war wohl ein monumentales Gleichnis der Weltvorstellung und des Glaubens vor 4000 Jahren.“

In den Gruben stießen die Archäologen auf drei verschiedene Schichten.

- An den tiefsten Stellen fand man symbolisch zerstörte

  Zeremoniengegenstände in und auf Behältern aus Rinde, Leder

  oder geflochtenen Körben. Neben Keramik, Steinbeilen,

  Tierknochen, Mahlsteinen auch unvollständige menschliche

  Skelette. Danach wurde dieser Schacht mit Kies bedeckt.

- In der mittleren Schicht wurden die Opfergaben auf den Kies

  deponiert. Es waren Rinderkiefer auf denen Mahlsteine gelegt

  wurden. Danach war das Ritual beendet und die Gruben wurden

  versiegelt.

- In der oberen Schicht wurden früher verfüllte Gruben gefunden in

  denen neue Opfer und Sakralgegenstände gelegt wurden. Leere

  Gruben könnten verderbliche Gaben wie Obst enthalten haben.

  In vier Gruben waren Schädel, Knochenfragmente und

  Steinbeile begraben worden.

Der Aufbau des Ringheiligtums lässt auf die Kenntnis der Erbauer auf das Phänomen der Sommersonnenwende und der Tag- und Nachtgleiche schließen. Die Zugänge sind genau danach ausgerichtet. Das Ringheiligtum war Kult-, Versammlungs- und Begräbnisstätte und diente zur Beobachtung der wiederkehrenden Himmelsphänomene. Für die damaligen Menschen war die Naturbeobachtung Überlebensnotwendig. Der richtige Zeitpunkt für die Aussaat durfte nicht verpasst werden.

Zum Abschluss noch ein paar Zahlen zum Menschheitsgeschichte:

Altsteinzeit (Paläolithikum) 2,6 Mio. – 12.000 v. Chr.

Mittelsteinzeit (Mesolithikum) 10.000 – 4.500 v. Chr.

Jungsteinzeit (Neolithikum) 4.500 – 2.200 v. Chr.

Frühbronzezeit 2.200 – 1.600 v. Chr.

Mittelbronzezeit 1.600 – 1.300 v. Chr.

Spätbronzezeit 1.300 – 800 v. Chr.

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von Frau Koch, Leiterin Salzlandmuseum Schönebeck. Zum Teil wörtliche Übernahme der Texte auf den Infotafeln

Ich habe ein kleines Video zu diesem Thema erstellt. Allerdings verlassen Sie dazu diese Homepage. https://youtu.be/eqHDY3vxiDE

Mein besonderer Dank gilt

Frau Isa Ehrmann und Herrn Frank-Dieter Peyer für die Bereicherung dieser Bilderserie mit ihren Fotos.