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Krausestr. 17 Schönebeck 39218 DE

Gräfin und

Graf von Ehrenberg

Infos und Bilder von Schönebeck und Umgebung

Feodor Gottfried Hermann Siegel

Unternehmer und Ingenieur

wurde am 13.06.1838 in Genthin geboren. 1868 kaufte der Dipl.-Ing. am Streckenweg ein 250 m² kleines Grundstück, auf dem er eine kleine Maschinenfabrik errichtet. Durch Zukäufe neuer Flächen, konnte er den Betrieb ständig vergrößern.

Aus der ehemaligen Husaren-scheune am Streckenweg machte er ein Warenlager.1885 erwirbt

er das Offiziers-Casino am Streckenweg, welches er zum Gartenhaus umbauen ließ. Dieses Gebäude wurde in den 30er Jahren Bürgermeisterwohnung.

In den 50er Jahren ging ich (Harald) hier in den Streckenweg Kindergarten. Heute ist es das Montessori Kinderhaus.

1885 lässt Feodor Siegel seine repräsentative Villa zwischen dem Streckenweg und der damaligen Königstraße (jetzt Geschwister-Scholl-Straße) erbauen. Hier finden sich gleich verschiedene Baustile wieder. Zum Einen die italienische Neo-Renaissance, zum Anderen Barock und Jugendstil. Natürlich gehörte auch ein Springbrunnen zum Areal.

Am 26. 02. 1900 stirbt Feodor Gottfried Hermann Siegel in Bozen/Tirol. 1903 gründet seine Witwe in Andenken ihrer früh gestorbenen Tochter die „Frieda-Siegel-Stiftung“. Die Zinsen der 10.000 Mark sollten zur Verpflegung bedürftiger Kinder in der “Kaiserin-Augusta-Heilanstalt” in Salzelmen verwendet werden.

Die Söhne Feodor und Georg Siegel übernehmen nach dem Tod des Vaters und Firmengründers die Fabrik. Jedoch ohne großes unternehmerisches Talent.

Die einst kleine Firma hatte mächtig zugelegt. Inzwischen werden 250 Mitarbeiter beschäftigt. Es gibt nun eine Eisengießerei und eine Kessel-schmiede.

Es werden 3- bis 200 PS-starke Lokomobile, Dampfmaschinen, Pumpen, Kompressoren, Berg-baugeräte, Kräne, Hebe- und Tiefbohrvorrichtungen gebaut.

Doch damit nicht genug. Das Zeitalter der Mobilität hatte bereits angefangen und da musste man mitmachen.

1905 wird ein Schwager der Siegels, Dipl.-Ing. Carl Tecklenburg, technischer Leiter der Abteilung Automobilbau.

1906 wurden auf der Internationalen Automobil Ausstellung von Berlin die Fahrzeuge erstmals präsentiert.

1907 begann die Serienfertigung. Die Markennamen lauteten unter anderem „Siegel…“ und „WMW“, kurz für Waren-Motor-Wagen. Das erste Modell hatte einen V2-Motor mit 9 PS Leistung, später folgten die Modelle 6/12 PS und 8/20 PS mit Vierzylindermotor. Die Fafnir-Werke lieferten dazu die Motoren. Gebaut wurden offene Zwei- und Viersitzer sowie Last- und Liefer-wagen.

1911 wird aber der Automobilbau an die Dessauer Motorenwerke verkauft, die sich später Anhaltische Automobil- und Motorenwerke AG Dessau nannte. Der Dipl.- Ing. Tecklenburg übernimmt die Leitung des Dessauer Betriebes,

Georg Siegel den Aufsichtsrats-posten.

1911 stellte der Mitinhaber August Luther den Antrag auf Liquidation. Grund sind die geringen gefertigten Stückzahlen.

Jacob Gottlieb Dümling übernimmt das Firmengelände für seine Spedition. Einige Produktionshallen werden abgerissen, das Warenlager, das Gartenhaus und die Fabrikanten-Villa bleiben aber erhalten. 

Bis 1935 nutzte die Freimaurer-loge die Villa. 1936 wurde der imposante Bau Eigentum der Sparkasse. Nach dem 2. Weltkrieg wurden Gebäude der ehemaligen Maschinenfabrik als Wohnungen genutzt. Inzwischen ist fast alles verschwunden und das Gelände beräumt.

  • Quellen: Britta Meldau, Harald Linz, Halwart Schrader, Nick Georgano, Ulrich Kubisch, Wikipedia, Dr. Guido Heinrich, iMUSEt Schönebeck, Elbufer Förderverein Schönebeck, Heinrich Huke jun., Uni Magdeburg, Albert Gieseler, Salzlandsparkasse

Der Firmengründer Feodor Gottfried Hermann Siegel 

einige Produkte der Maschinenfabrik

WMW-Werbung 1906

Siegel-Logo Braunbeck 1910

Siegel-PKW Werbung 1908

WMW-Werbung

Die Siegel-Lokomobile

Die Unternehmer-Villa Vorder- und Rückseite. Einst Freimaurerloge, später Sparkasse, jetzt Verwaltungsgebäude

Das Gartenhaus der Fam. Siegel. Später Husaren-Casino, dann Wohnung vom Bürgermeister Bauer, dann Streckenweg-Kindergarten, jetzt Montessori-Kinderhaus

Der Pfeil zeigt auf das Gartenhaus. Rechts davon beginnt später der Elbbrückenaufgang

heute sieht das ehemalige Gartenhäuschen der Familie Siegel so aus

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In der Eisengießerei und Kesselschmiede wurde u.a. Lokomobile hergestellt 

3 Bilder um 1910

Eine Zeit lang wurden auch Siegel - PKW und LKW gefertigt

14 PS und 750 kg Nutzlast

12 PS und 500 kg Nutzlast

14 PS und 1.000 kg Nutzlast

14 PS und 500 kg Nutzlast

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Was ist übrig geblieben von der ehemaligen Maschinenfabrik Feodor Siegel?

16.02.2012 in den letzten Gebäudeteilen befindet sich jetzt eine Arztpraxis und Wohnungen

Die Ziegelbauten waren eine schöne Industrie-Architektur 

Das ist so gut wie alles, was noch stehen geblieben ist

1995 Trümmerbeseitigung

Industriebrache

gleicher Ort um 1900

und am 05.04.1016

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Wir befinden uns hier:

Das Areal zwischen den Straßen Streckenweg, Amtsbreite, Wächterhäuser und der Auffahrt zur Elbbrücke war das einstige Fabrikgelände. Es ist so gut wie nichts davon stehen geblieben. Die Sichthöhe beträgt 473 m