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Krausestr. 17 Schönebeck 39218 DE

Gräfin und

Graf von Ehrenberg

Infos und Bilder von Schönebeck und Umgebung

Bahnhof und Güterbahnhof Schönebeck

Der Schönebecker Bahnhof...

... ist zur Zeit jämmerlich an zu sehen. Und kaum Jemand weiß, dass er einmal ein ganz besonderer Bahnhof war.

Erster Spatenstich und Fertigstellung des Gebäudes war das Jahr 1839.

Am 29. Juni des Jahres fuhr eine englische Dampflok mit dem stolzen Namen 'Adler' mit 13 geschmückten Wagons auf der neu eröffneten Strecke von Magdeburg nach Schönebeck in sage und schreibe 25 Minuten

Und was ist nun das Besondere am Schönebecker Bahnhof?

Er war der erste Bahnhof der Welt, von dem man aus in drei Länder reisen konnte: Preußen, Sachsen und Sachsen/Anhalt.

In dem Büchlein "775 Jahre Schönebeck an der Elbe" (Britta Meldau, Petra Bosse) ist zu lesen, dass es eine festliche Einweihung der Strecke MD-Leipzig gab. Geladene Gäste waren die Landräte, Bürgermeister, Honoratioren der betreffenden Landkreise und Städte.

An dem Wochenende und den darauf folgenden Tagen bis zum nächsten Sonntag nutzten fast 11.300 Personen das neue Verkehrsmittel.

Die Lokomotiven hatten die Namen: 'Adler, 'Bär', Salina' und 'Antilope'

Da Schönebeck damals auch eine bedeutende Industriestadt war, gab es hier auch einen regen Güterverkehr auf der Schiene.

Ein Bild von 1930 zeigt z. B. Gleisanlagen vor dem Merck'schen Werk an der Königstraße, ein anderes Foto vom Schönebecker Güterbahnhof ist aus einer Zeit in der gerade die spätere Fabrik "Prowiko" erbaut wurde und ein weiteres Bild zeigt die Gleisanlagen vor der chem. Fabrik "Hermania".

Viele Betriebe hatten einen Anschluss an das Netz der Deutschen Reichsbahn. Zum Beispiel die Spedition Oskar Wanckel mit der ersten privaten Betriebseisenbahn. Es war ein zuverlässiges und Preis-günstiges Transportmittel für Industriegüter und Waren aller Art. Zu damaliger Zeit war das Wort 'Lokführerstreik' noch nicht aktuell.

Auch in der DDR fand das Areal eine Verwendung. Die Staatssicherheit leitete den innerdeutschen regionalen Päckchen- und Paketverkehr hierher um.
Im so genannten PKA (Paketkontrollamt) wurden alle Päckchen und Pakete einer akribischen Kontrolle unterzogen. 
Geröntgt, zum Teil geöffnet und nach DDR-Vorschriften inhaltlich "bereinigt", oder für Erkennungsdienstliche Zwecke markiert um Staatsfeinde zu enttarnen.
Interessant war allerdings wohin die beschlagnahmten Staatsgefährdenden Sachen geschafft wurden. Ins Zentrallager der Volkskammer der DDR.
Na prima, da konnte man sich dann auch mal an westlichen Produkten und Literatur erfreuen, oder damit die Intershop Läden bestücken. Ganz nebenbei unterhielten die als Zöllner agierenden 'Mitarbeiter der Abteilung Fahndung' eine Abhörstation der Städtischen und überregionalen Telefonverbindungen. Es war die totale Kontrolle angesagt. Und so manch Einer hat das zu spüren bekommen. 


Nach der Wende wurde das Areal vollkommen anders genutzt. Die Räumlichkeiten in denen damals die Pakete durchsucht wurden, werden heute als Sammelstelle für Kleiderspenden vom Roten Kreuz genutzt. Die Lagerschuppen und Technikräume der Postangestellten, die den Zöllnern zu Diensten sein mussten, sind heute der Standort der freiwilligen Feuerwehr. Ihr altes Depot in der Tischlerstraße wird gegenwärtig von der Wasserwehr genutzt.

Nun folgen einige Panorama-Aufnahmen. Alle vom 28.11. 2018. 

Das gesamte Bahnhofsgebäude

Wir schauen einfach mal in die Runde. Ich stehe mit dem Rücken vor der Tür der ehemaligen "Mitropa-Gasstätte" und beginne links

Das ist der Blick nach rechts. Die Stufen führen zum Gleis 2

Das ist der Blick vom Gleis 2 auf den Ausgang des Bahnhofes

Aber was ist aus der Mitropa geworden, dem Ort der Erholung für Reisende ?

Na ja ... Auch diese Mitropa wurde mit der Wende abgewickelt

Zum Schluss noch ein Blick vom Gleis 2 auf die Gleise 3 und 4. Im Hintergrund verläuft die Söker Straße. Auf dem verwilderten Areal befanden sich früher die Magazine der Düngemittelhandlung Wanckel. Siehe Thema: Wanckel Salzerstr. 6 

Am 01. Juli 2022 befand sich ein Artikel in der Volksstimme in dem berichtet wurde, dass die Städtische Wohnungsbau Gesellschaft (SWB) neuer Eigentümer das Bahnhofgebäudes ist. Es wurde ein Konzept zur späteren Nutzung vorgestellt. Nun sind wir gespannt, ob aus den Ideen auch Taten werden. Im Jahr 2022 sieht der Bahnhof Schönebeck jedenfalls noch so aus.

Quelle: Paul Schulz, Redakteur der Volksstimme, 01.07.2022 

Quelle: SWB Schönebeck

Quel​le: SWB Schönebeck

Quelle: Städtische Wohnungsbau GmbH

Das Konzept für die zukünftige Nutzung. Wir danken Frau Claudia Naunapper und Herrn Marco Lindner von der SWB für ihre freundliche Unterstützung unserer Homepage mit den Luftaufnahmen und der Zeichnung  

Wir befinden uns hier

Der Schönebecker Bahnhof befindet sich mit seinen Gleisen zwischen der Bahnhofstraße und der Söker Straße